Leichtathletik

Rückblick

Die Gründer des Turnvereins Pfronten waren damals im Jahre 1913 Turner und Leichtathleten. Erst im Laufe der Zeit kamen die heutigen Abteilungen nach und nach dazu. Schon in den sechziger Jahren aber wurde deutlich, dass der Trend immer mehr zu den Ballspiel-Sportarten ging. Damit ging auf die „Blütezeit“ der Turner und Leichtathleten, nicht nur beim TSV Pfronten, zu Ende.

Von den großen Erfolgen der früheren Sportler wie Hans Münz, Mang Trenkle, Erwin Wöhrle, Jola Mayr, Erika Babel, Olga Schöll, Liselotte Babel, Manfred Hartmann. Heini Unterreiner, Herbert Dicknether und vielen anderen zehrt man noch heute.

Daran konnte man nicht mehr anknüpfen, selbst wenn bei Sportfesten bis in die achtziger Jahre hinein immer wieder schöne Erfolge erzielt wurden. So zum Beispiel durch Anton und Alois Friedl, Waltraud Volland, Franz Lotter, Karl Drescher, Emil Gay und Ottofritz Hauser.

Die Abteilung heute

Nachdem es heute mangels Übungsleitern leider keine Turnabteilung mehr gibt, sind die Leichtathleten die am längsten bestehende Abteilung des TSV. Übungsleiter ist seit 1979 Emil Gay. Er war damals Turnwart und wollte die Abteilung nur vorrübergehend übernehmen, nachdem der bisherige Leiter Heini Unterreiner ganz plötzlich verstorben war. In der Abteilung sind heute fünfzehn Sportler – überwiegend Senioren – aktiv. Bei den Übungsabenden jeden Freitag um 19 Uhr wird hauptsächlich Gymnastik, Zirkel- und Intervalltraining, Dehn- und Entspannungsübungen und Basketball angeboten.

Sinn und Zweck des Trainings ist die gesundheitliche Seite, Förderung und Erhalt der körperlichen und geistigen Fitness. Aber auch Kameradschaft und Teamgeist sollen gefördert werden. Viele Teilnehmer sind bereits über 40 Jahre dabei, die den „harten Kern“ bilden. Neue Mitglieder sind gerne jederzeit willkommen!

Der Pfrontner Zehnkampf

Nachdem man auf auswärtige Sportfeste nicht mehr fahren wollte, musste ein neuer Leistungsanreiz geschaffen werden. So wurde 1984 ein vereinsinterner Zehnkampf ins Leben gerufen. Folgende Disziplinen hatte man ausgewählt: 100m Lauf, Weitsprung, Hochsprung, Steinstoßen, Kugelstoßen, Gewichtwerfen, Diskuswerfen, Schleuderball, 400m Lauf und Speerwurf.

Der erste Zehnkampf wurde dann im August 1984 an Samstag und Sonntag auf dem alten Sportplatz in Ried ausgetragen. Dabei waren zunächst acht Teilnehmer. Man war so begeistert, dass der Wettkampf im nächsten Jahr wieder stattfinden sollte. Schließlich wurden daraus 24 Wiederholungen bis 2007 und die Teilnehmer wurden immer mehr.

Dann wurde der Zehnkampf dem Alter der Athleten angepasst und daraus einen neuen Achtkampf gemacht. Diesen Wettkampf gibt es bis heute, so dass 2013 die 30. Auflage des Wettbewerbs stattfindet. Insgesamt haben 32 Sportleran den Wettkämpfen mitgemacht. Der Sportkamerad Hans Hintermair ist der einzige Teilnehmer, der in den vergangenen 30 Jahren jedes Jahr teilgenommen hat. Die bisherigen Sieger waren: Emil Gay, Franz Lotter, Michael Lotter, Robert Hintermair, Peter John, Roland Kloppenburg und Peter Vogler, der mit zwölf Erfolgen Rekordsieger des Wettbewerbs ist.

Das Sportabzeichen

Ein weiterer Leistungsanreiz der Leichtathletikabteilung ist seit Jahrzehnten das Bayerische-Sportleistungs- Abzeichen. Es wird bei den Erwachsenen je nach Leistung in Gold, Silber und Bronze verliehen. Schüler und Jugendliche konnten das Deutsche Sportabzeichen erwerben. Wer das „Goldene“ erreichen will, muss schon darauf trainieren und muss vielseitig sein. Leichtathletische Disziplinen, Schwimmen und Radfahren werden gefordert. Beim TSV sind Emmi Harder, Klaus Fritsch und Emil Gay berechtigt, die Prüfungen für das Sportabzeichen abzunehmen.

2012 war das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte des TSV Pfronten. Erfüllten doch sieben Damen, dreizehn Herren und 85 Grundschüler die Anforderungen. Die folgenden Sportler haben die meisten Bayerischen Sportabzeichen in Gold errungen: Horst Kunkel (10), Hans Trenkle (15), Peter Vogler (18), Max Gerle (23), Roland Kloppenburg (25), Hans Hintermair (30), Emil Gay (35) und Ottofritz Hauser (38). Spitzenreiter mit sage und schreibe 50 Prüfungen zum Sportabzeichen ist Klaus Fritsch!

Er war auch der Initiator bei den Schülersportabzeichen. Dafür bekam er eine besondere Anerkennung bei der Verleihungsfeier am 7. Dezember 2012 vom Sportabzeichenreferenten im Ostallgäu Dieter Mehrmann und TSV Vorstand Manfred Seeboldt. Ein besonderer Dank geht auch an die Leitung der Grundschule und den Sportlehrern Felix Schneider und Paul Hofstetten für die tolle Unterstützung.

Aus finanziellen und organisatorischen Gründen wurde nun leider das Bayerische Sportabzeichen abgeschafft und in das Deutsche Sportabzeichen integriert. Das wird beim TSV zwar bedauert, aber man will doch weiterhin der Sportabzeichen- Bewegung treu bleiben.

Rad- und Bergtouren

Schon seit den sechziger Jahren unternimmt die Leichtathletikabteilung immer wieder kleinere und größere Rad- und Bergtouren. Auch das fördert Kameradschaft und Teamgeist. War man früher gerne mit den Rennrädern unterwegs, hat sich das in den letzten Jahren mehr zum Mountainbike und Tourenrad gewandelt. Besonders beliebt waren früher die Vatertagswanderungen und die fast jährlich durchgeführte „Murmelestour“ per Fahrrad.

Aber auch an größere Unternehmungen hat man sich gewagt, wie z. B. Donauradweg Passau – Wien, Bodensee-Donau-Radweg, Bregenzer Wald, Bozen – Gardasee, Pfronten – Nordsee, Elbradweg Hamburg – Prag, Königsee oder dieses Jahr Via Claudia zum Gardasee. Auch die Alpenüberquerung zu Fuß hat eine kleine Gruppe erledigt.

Ausblick

Eine Auffrischung der Leichtathletikgruppe durch jüngere Teilnehmer wäre dringend nötig, um den Fortbestand der Abteilung zu sichern. Noch wichtiger wäre es, eine Nachwuchsabteilung aufzubauen. Dass ein Potential vorhanden ist, zeigt die große Begeisterung beim Schulsportabzeichen. Was fehlt sind Übungsleiter. Die Abteilung bedankt sich bei der Vorstandschaft des TSV für die gute Zusammenarbeit und die geleistete Arbeit. Wenn die Leichtathleten zurzeit auch nur eine Seniorengruppe haben, lebt dieser schöne Sport doch im TSV fort.